Spazieren gehen, und sich gleichzeitig mit jemandem unterhalten?
Bei Gymnastikübungen gleichzeitig auf mehrere Körperteile achten?
Sich während der Hausarbeit unterhalten oder ein Lied im Radio mitsingen?
Das sind alltägliche Situationen, und genau das fällt vielen Parkinson Patienten zunehmend schwer.
Hier ein Erzählung eines Patienten:
Wenn er jemanden zufällig jemand Bekannten trifft, kann er nicht im Weitergehen grüßen. Er muss stehenbleiben, sich der Person zuwenden und grüßen.
Übrigens war das mit dem Stehenbleiben in dem Fall auch gar nicht so einfach, was zu „komischen“ Missverständnissen führen kann.
Auch in der Therapie fällt mir auf, wenn ich Patienten auffordere sich aufzurichten und z.B. gleichzeitig auf die Beinbewegung zu achten, geht die Aufrichtung wieder flöten.
Und wenn wir uns dann nebenher noch unterhalten, geht sowohl die Aufrichtung, als auch die Qualität der Bewegung verloren.
Woran liegt das?
Ich kann es nicht mit Gewissheit sagen, aber ich habe eine Idee dazu:
Bei der Parkinsonkrankheit sind ja häufig automatisierte Bewegungsabläufe betroffen. Diese funktionieren meist nicht mehr so gut.
Das heißt, um eine Bewegung genauso gut und sicher auszuführen wie früher, muss man sich mehr darauf fokussieren.
Man benötigt also mehr Gehirnkapazität, um diese Bewegung auszuführen.
Die dann eben nicht mehr für andere Dinge zur Verfügung steht.
Zum Beispiel: Unterhalten beim Laufen.
Die Dinge die früher automatisch gingen, gehen eben nicht mehr ganz so automatisch.
Man muss sich darauf konzentrieren und ins Bewusstsein rücken.
Und dann gehen eben nicht mehrere Dinge gleichzeitig.
Ergotherapie?
In der Ergotherapie achte ich sowohl auf die Bewegungsqualität, als auch darauf, dass wir die Gleichzeitigkeit beüben.
Je nachdem wo bei dir der Schwerpunkt liegt.
Habe ich dein Interesse geweckt? Melde dich gern.